Warum ich Doula bin

Dieser Wunsch war lange da, dieses tiefe Gefühl rund um Geburt, Frauen und dieses unfassbare Kraftfeld, das entsteht, wenn neues Leben kommt, und ich habe schon früh gemerkt, dass mich das nicht nur interessiert, sondern wirklich berührt, auf eine Art, die man nicht einfach abschüttelt, sondern die bleibt.

Für mich war das nie einfach nur ein möglicher Beruf, sondern immer etwas, das Sinn macht, etwas, das Tiefe hat.

Und dann kam mein eigenes Leben, ich habe meine Familie gegründet, bin Mama geworden und mit all dem kam auch eine Ehrlichkeit, die man vorher so nicht greifen kann, weil man plötzlich merkt, wie die Realität wirklich aussieht.

Der Hebammenberuf ist wunderschön, ohne Frage, aber er bedeutet heute eben auch enorm viel Verantwortung, enormen Druck, viel Dokumentation, wenig Zeit, Schichtarbeit, Unterbesetzung und vor allem dieses ständige Funktionieren, dieses Immer-weitermachen, egal wie es einem selbst gerade geht.

Und ich habe irgendwann ganz klar gespürt, dass das nicht zu mir passt, nicht zu dem Leben, das ich führen möchte und vor allem nicht zu der Art, wie ich arbeiten will, weil ich nicht zwischen Terminen hetzen wollte, nicht unter Druck begleiten wollte, sondern präsent sein wollte, wirklich da sein wollte.

Also habe ich diesen Traum losgelassen.

Und dann kam die Doula.

Ganz ehrlich, es war nichts Großes, kein besonderer Moment, kein Zeichen von außen, ich bin über ein Gewinnspiel darauf gestoßen, ganz unspektakulär, und habe mich einfach aus Neugier damit beschäftigt, habe gelesen, geschaut, verstanden und je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto klarer wurde dieses Gefühl in mir: warte mal, das bin ich.

Diese Art von Begleitung, dieses Zeit haben, dieses Frauen stärken, ohne eingreifen zu müssen, einfach da sein dürfen, wirklich da sein, ohne Druck, ohne Rolle, ohne dieses Funktionieren.

Ich habe die Ausbildung begonnen und das war für mich keine klassische Ausbildung, sondern etwas, das mich wirklich verändert hat, weil ich mich selbst kennengelernt habe, meine Grenzen, meine Muster, meine Stärke, und Achtsamkeit plötzlich kein Wort mehr war, das man irgendwo liest, sondern etwas, das ich lebe.

Ich habe gelernt zuzuhören, nicht nur anderen, sondern auch mir selbst, und genau da wurde mir klar, dass das mein Weg ist, nicht der klassische, nicht der, den man vielleicht erwartet hätte, aber meiner.

Doula sein ist für mich kein Nebenjob, sondern mein Beruf, mein Alltag, meine Verantwortung, und ja, natürlich auch mein Einkommen, weil ich selbstständig bin, weil ich arbeite, weil ich Verantwortung trage und weil ich davon lebe, aber gleichzeitig gibt es für mich nichts Ehrlicheres, als mit etwas Geld zu verdienen, das ich wirklich liebe.

Ich begleite Frauen nicht mal eben zwischendurch, sondern wirklich intensiv, und eine Begleitung umfasst oft 50, 60, manchmal 70 Stunden, und das sind nur die, die man von außen sieht.

Ich mache das nicht, weil es nett ist, sondern weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass Frauen genau das brauchen: eine konstante, ruhige, ehrliche Begleitung, ohne Druck, ohne Bewertung und ohne dieses Gefühl, funktionieren zu müssen.

Ich liebe alles daran, die Gespräche, die Vorbereitung, diese Intensität unter der Geburt und auch die leisen Momente danach, wenn eine Frau merkt, dass sie das kann.

Genau darum geht es für mich, Frauen nicht zu sagen, wie sie es machen sollen, sondern sie dahin zu begleiten, dass sie es selbst wissen.

Doula sein ist für mich kein Plan B, sondern mein bewusst gewählter Weg, und ich bin dankbar für jede Frau, die mich ein Stück auf diesem Weg mitgehen lässt.

 

 

 

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